Donnerstag, 9. März 2017

Addo Elephant Park - Endlich Tiere!

Um nun endlich auch mal die Tiere in der freien Wildbahn zu finden, zogen wir weiter ostwärts nach Port Elizabeth.



Wir wohnten direkt am Summerstrand,



in einem wunderschön eingerichteten "Surfers Paradise" mit riesigem Garten samt Hängematte,




Frühstück auf der Terrasse und Blick zum Meer...


bei Roy (cooler, aufgeschlossener Typ) und seinem Hund.


Aber eigentlich waren wir nur hier, um jeden Tag im benachbarten Addo Elephant Nationalpark auf eigene Faust auf die Pirsch zu gehen.


Mit einigen Tipps von Roy und seinem Fernglas ging es also los, auf eigene Faust. Denn was wir von allen waschechten Südafrikanern (und eben anders als die von vielen europäischen Auswanderern geführten Unterkünfte) zu hören bekamen, war die klare Empfehlung lieber selbst durch die Savanne zu ziehen als eine der geführten maßlos überteuerten Safari-Touren mitzunehmen. Denn so groß der größte Nationalpark auch sein möge, letztlich sind alle eingezäunt (wie leider so ziemlich alles in Südafrika) und die Tiere sind entweder in Wassernähe oder da wo lecker Abendessen wartet.



Und letztlich kann selbst das schönste Bild den lebendigen Eindruck vor Ort niemals wiedergeben.


Unsere Mission für Südafrika war natürlich die Big Five (Elefant, Löwe, Büffel, Nashorn, Leopard) in freier Wildbahn zu finden. Und Elefanten und Büffel waren hier auch wirklich leicht zu entdecken.




Ebenso wie Zebras,


Warzenschweine,


Sträuße,



jede Menge lecker Wild:




Aber wie Jean oben schon bei den Elefanten im Video sagte, versteckten sich beim ersten Anlauf Löwen, Leoparden und Hyänen außerordentlich gut.
Als einzige Raubtiere zeigten sich die Schakale in der Dämmerung.


So mußten wir uns erstmal mit anderen lustigen Gesellen begnügen, wie dem "Elefanten-Mistkäfer"



Es gab dutzende Hinweisschilder, daß die Käfer sehr nützlich sind und deshalb bitte keine Elefanten-Köttel oder gar Käfer überfahren werden sollten...


Was sich als ziemlich schwierig herausstellen kann;-)
Ebenso schwierig kann es werden, wenn der Park bei Sonnenuntergang schließt und man lediglich noch 2 km geradeaus über den Hügel zum Ausgang muss...


der Hügel allerdings immer größer wird





Jennys Coolness in dem Video fiel aber mit Ausschalten der Kamera und panikartig wurde ich gebeten doch bitte schleunigst den Rückwärtsgang einzulegen, weil das Herz von ihr und Jean bis in die Hose gerutscht ist, als der Riese nur noch 5 m vor dem Auto Stand.
Aber so schlimm war es gar nicht. Der Elefant wollte nur den saftigen Busch neben uns abknabbern und war 5 min später bereits wieder im Dickicht verschwunden,


sodaß wir noch vor Toreschluß und Einbruch der Dunkelheit nach Hause und Pläne für den nächsten Tag schmieden konnten. Wir hatten nämlich im Park auch erfahren, daß es nur die ursprünglich hier lebenden Tiere gibt. Viele der Savannentier wohnen viel weiter nördlich und wurden hier wegen der Trockenheit gar nicht erst angesiedelt.
*Kopfkratz* was also tun?


Giraffen,




Nashörner,




und Geparden




findet man nur im Norden Südafrikas in der Savanne oder eben in privaten Reservaten, von welchem wir also eines aufsuchten.
 Aber die Frage "Wo ist der Löwe?" blieb auch hier. Wir wagten uns also auch am dritten Tag in die Wildnis und verfolgten die Vorher-Nachher-Spuren der Raubtiere:
Die Vorsuppe



der 1. Gang



Hauptgang



aber ob die Löwen nach solch Festmahl wirklich noch Hunger haben?


Doch hatten sie zu unserem Glück...


...zugegeben, daß wäre etwas viel. Aber so ein kleiner Nachtisch würde schon noch...




Drei Löwinnen hatten Zebra auf dem Speiseplan und das in sichtbarer Nähe zum Weg und so wurde das, was wir in unzähligen Tierdokus bisher gesehen hatten, nun auch für uns real.


Einerseits traurig, andererseits die Wildnis. Und gerade deshalb war diese Beobachtung für uns so atemraubend.


Die Löwen lagen so entspannt im Schatten und haben sich gar nicht stören lassen.


Als wären wir unsichtbar wechselten sie die Straßenseite.


Damit waren wir eigentlich am Ziel Reise angelangt und konnten abenteuertrunken den Rückweg nach Kapstadt antreten.
Unseren Freund, den Leopard, werden wir dann bei unserer nächsten Reise nach Südafrika nochmal suchen.

Samstag, 4. März 2017

Gastfreundschaft und Tierliebhaber

In Plettenberg Bay, hier oft nur Plett genannt, hatten wir das Glück bei einer südafrikanischen Ärztin zu wohnen. Elna war sehr freundlich und versteht unter Gastfreundschaft nicht nur irgendwelche Touri-Tour-Tipps sondern Teilhabe am Alltagsleben der Einheimischen. Und dabei kommt man auch mal deutlich tiefgründiger ins Gespräch.
So kochte sie einfach mal für uns, lud uns in eine afrikanische Kirche ein, wir trafen uns am Strand und erzählten über Familie und Leben unserer Länder. Die Unterschiede sind dabei gar nicht groß und die Probleme überall die selben, leider.

In ihrem Garten hat sie einen Physalisbusch


und züchtet gerade Litschibäume. Wir lernten die Queen unter den Ananas kennen und bekamen super lecker Avocado zu essen. Für uns war diese sehr lecker, sie empfand sie noch als unreif. Solch Avocado würden wir in Dtl. nie zu kaufen bekommen.
Nachdem wir uns einen Eindruck auf dem Wochenmarkt gemacht hatten, zog es uns in die umliegenden Tierschutzgebiete. In denen wird nicht gezüchtet, sondern nur Tiere aufgenommen, die in freier Wildbahn nicht mehr überleben würden. Die Tiere kommen dabei aus ganz Afrika und aus ganz unterschiedlichen Gründen. Im Elefantencamp wurde z.B. Tiere aus den umliegenden Wäldern (hier lebten bis vor 100 Jahren noch mehrere hundert wilde Tiere, aktuell nur noch 3-10) gerettet


sowie Baby-Elefanten aus dem Kruger-Nationalpark, deren Eltern nicht mehr für sie sorgen konnten.


Da alle wilde Elefanten sind und nicht von klein auf erzogen und trainiert zu Arbeitstieren werden wie viele asiatische Elefanten, waren die Vorsichtsmaßnahmen gegenüber uns Besuchern sehr hoch damit nur nichts passiert. Kurz streicheln


und füttern durften wir sie aber doch:


 Weiter ging es dann im Monkeyland, wo Jean uns mit unzähligen Fragen löcherte (überhaupt erleben wir auf dieser Reise den Start für unendliche "Warum"-Fragen, gepaart mit den "Was hat er/sie gesagt" zwecks Fremdsprachen und "Was hat es gedacht" hinsichtlich sämtlicher Tierhandlungen und - verhaltensweisen. Aaaaaaaahhhhh;-)
Ob Brüllaffe oder Brillenaffe,


Gibbon,




Kapuzineräffchen,


Totenkopfäffchen,


(einer wollte doch tatsächlich den Kindern die Gummibärchen mopsen - der da)


Paviane,



Varis


 oder Katta-Lemuren...



wir waren diesen so nah und mittendrin im großen Waldgehege. Und dank der Guides hat nicht nur unser kleines Äffchen Antworten bekommen.


Und am nächsten Tag ging es weiter mit den Raubkatzen, die entweder aus privaten Haushalten stammen oder in der freien Natur nicht überleben würden:


der weiße Löwe z.B. hat seinen privaten (oft nicht legalen) Halter rollstuhlreif gebissen,
ein anderer im Hintergrund wurde in einem Koffer im Flughafen in Kairo gefunden/gerettet.


Dieser weiße Löwe hier kann aufgrund eines Gendefekts nicht brüllen und wurde aus dem Krüger Nationalpark geholt, weil so dort arge Probleme hätte mit den Artgenossen.

Und wenn man sie einmal alle beisammen hat und sieht,


kann man natürlich toll vergleichen und Unterschiede erfragen und feststellen. Wer wäre stärker: Tiger


oder Löwe


(der Löwe würde wohl fast immer gewinnen, weil ihn seine Mähne vor Bissen in den Nacken schützt).


Wer beißt stärker zu: Nach dem Krokodil hat der Jaguar die höchste Bisskraft


danach folgt die Hyäne


und der Wildhund


 (können Schädel und Knochen zermalmen und essen und lassen nix übrig). Löwen dagegen lassen Knochen übrig und haben eine deutlich geringere Bisskraft.
Natürlich sind nicht alle Tiere ursprünglich in Afrika beheimatet, aber für den guten Zweck und die Allgemeinbildung ist solch Einrichtung schon ganz gut.