Sonntag, 12. März 2017

Tsitsikamma und Knysna - Dancing with the Stars

Nun war es schon an der Zeit den Rückweg nach Kapstadt anzutreten. Auf unserem Hinweg hatten wir entlang der Garden Route noch einiges ausgelassen, um so bald wie möglich auf Safari gehen zu können. Abgesehen davon, daß wir nicht zur Wahlsaison vor Ort waren und eben auch keine Zeit hatten, die riesigen Wüstenregionen Karoo und Kalahari zu erkunden...
Eben weil es hier in Küstennähe genauso viel zu entdecken und erleben gibt.



Allein die Landschaft hier ist deutlich abwechslungsreicher als bei uns in Europa


Und doch fühlten wir uns etwas heimisch im Tsitsikamma Nationalpark, der etwas an Wald und Berge zu Hause erinnerte.


Mit der Ausnahme, daß es eben am Fuße der Berge tiefe Schluchten


und das tosende Meer gibt.



Für ausgedehnte Wander- und Klettertouren


ist unser kleiner Begleiter noch nicht ganz im richtigen Alter,


aber für einen Steinwurf


über endlose Hängebrücken, reicht die Ausdauer schon.




Und auch wenn sich kein Wal, Hai oder Delfin blicken ließ, gab es auch hier immer mal ein paar Tiere zur Abwechslung


Klippschliefer und


Paviane.
Als Zwischenstopp wählten wir in Knysna das Glampackers-Hostel aus.



Was sich als Volltreffer herausstellen sollte. Das Personal hieß uns wärmstens Willkommen als wäre es ihr zu Hause und als würden wir uns kennen. Am ersten Abend brach schnell das Eis und die kleine Kesha (Südafrikanerin) und Shakira (aus Israel)


wurden schnell Jeans liebste Spielgefährten. Keshas Mum Megan und Zarma gaben uns dann einen Crash-Kurs in die Afrikanischer Tanzkultur


und der Abend wurde lustig fröhlich und interessant informativ. Wir verspürten soviel Herzlichkeit, daß wir uns spontan entschlossen noch eine Nacht zu verlängern und stattdessen lieber eine lange Rückfahrt zum Flughafen in Kauf zu nehmen (die Jean dann fast vollständig verschlief, weil die durchtanzten Nächte dann doch einen langen Mittagsschlaf forderten). Beim zweiten Abend gesellten sich dann noch weitere Bewohner zu uns, sodaß wir einen richtigen Multikulti-Tisch hatten. Genial toll - so stellt man sich Urlaub in einem fremden fernen Land vor.
Im Uhrzeigersinn bei Jean beginnend:


Stefan aus der Schweiz, der Jean viele Fischbilder von seinen Angeltouren zeigte, dann sein angeheirateter Enkel Frej aus Dänemark und seine Frau Naja aus Grönland (Inuit/Eskimo), die sich übrigens in Neuseeland kennengelernt haben. Megans Mann Sipho vom Stamm der Socca (Südafrikaner), der sich mit seiner südafrikanischen Frau nur englisch unterhalten kann, weil seine Muttersprache viel mit Zunge gegen Zähne, Wangen und Gaumen klopfen funktioniert und diesen "Dialekt" kaum jemand versteht. Dann Riaan (Südafrikaner), Shakira, die eigentlich Hadar heißt, aus Israel stammt und von uns beim Nationalitäten raten so getauft wurde ob ihrer Mähne und Jean ganz fest in ihr Herz schloss. Sowie Megan (Südafrikanerin), die Mama von Kesha, die an diesem Tag Kesha zu ihren Geschwistern bringen mußte, die 600km entfernt bei ihrer Oma aufwachsen (erst in 4 Monaten ist das nächste Zeitfenster für ein Wiedersehen)l weil Kinderbetreuung hier für sie und ihren Mann nicht bezahlbar ist, wenn beide rund um die Uhr arbeiten (müssen). Zarma fehlte an diesem Sonntagabend leider, da auch sie in ihrem Zweit- oder Drittjob arbeiten mußte...
So nachdenklich einen manch Story machte und bewußt, welch priviligiertes Leben wir führen, waren wir überglücklich solch schönen Abend mit den Leuten verbracht zu haben als wäre man schon lange gut befreundet. Die Welt ist so vielfältig und voller liebenswerter Menschen...

Knysna ist rund um eine Lagune erbaut




und bot neben allerlei Ausflugszielen und Lokalen, auch mal die Möglichkeit durch eine kleine Shopping-Mall zu schlendern.
Aber bis letzteres für alle Mitreisenden interessant wird, dauert es noch eine Weile und so verschlug es uns meist in malerischere Gebiete in der Umgebung wie Buffels Bay


oder zum Dolphin-Lookout nach Wilderness


oder zum Robberg.


In den Wintermonaten ist hier natürlich das Paradies für Walbeobachter und White-Shark-Spotter, aber da wir es lieber romantisch heiß mögen,


mußten wir uns mit einsamen,



leeren Stränden begnügen...


...naja, fast leer jedenfalls



Und so neigt sich auch dieses Abenteuer Meer und Meer dem Ende...Bye Bye


Freitag, 10. März 2017

Kindertag

Natürlich wurden auf unserer Tour auch viele kleine Freundschaften geschlossen. Oft nur kurze Bekanntschaften auf Spielplätzen





Aber auch tiefgründigere, die uns einige Tage begleiteten. So wie
Adim aus Plett


Mit ihm wurde sogar freiwillig geteilt: das heilige Motorrad



das Abendessen


und ein Tag am Strand (und wenn ein Fußballer anfängt, kommen gleich ganz viele dazu gestürmt und Rudi kam ganz schön ins Schwitzen;-)


Sam aus Plett


(von dessen aufgeschlossenen Vater wir noch den Tipp zum Robberg bekamen)


sowie die zum Knutschen süße Kesha aus Knysna


aber dazu später mehr...

Und natürlich lernt man auf solch Reise viel dazu, z.B. wie man durch ein Fernglas schaut,


daß das Lenkrad hier auf der anderen Seite sitzt


oder wie man den Daumen richtig hochhält, nämlich so...


nein, so hält die Mama den...


...jetzt hab ichs und das Fotogesicht dazu...


....Daumen, haltet durch, Papa hats gleich...


...Paaapaaaa, wie lange noch, ich kann sie nicht mehr halten...


Das es hier jede Menge leckeres Essen gibt:


welches man auch hierzulande nicht mit Fingern ißt... 


und Eis...



Aber am besten schmeckt es immer noch zu Hause...
...in JJ's Restaurant


Hier gab es für uns Zebra, Kudu, Strauß und Springbock und war wirklich lecker (schmeckt in etwa alles wie Rind) und ist ideale Mahlzeit bei Löwenhunger!


Nur den sehnlichsten Wunsch wollten wir Jean hier nicht erfüllen:
"Ich will eine Bratwurst"


Witzige Erfahrung am Rande: die kennen hier das Wort Ketchup nicht!!! Für Südafrikaner ist das alles Tomato-Sauce. Echt, auch im Supermarkt.

Coole Autos gibt es,


und Nummernschilder,


coole Motorräder,


die ordentlich Krach und Dreck machen können, ähnlich coole  Verkehrszeichen wie in Australien



und die coolsten Rasenmäh-Roboter



Aber am allercoolsten sind immer noch...



Die besten Sprüche von JayJay gabs übrigens im Flugzeug:
Jean wollte vor dem Nachtflug noch eine Einschlaf-Milch haben. Deshalb schickten wir ihn mit der leeren Milchflasche einfach zu den Stewardessen (alles nubische Schönheiten, die aber nur englisch sprachen) vor und gaben ihm die Worte "Milk please" mit auf den Weg. Mutig stapfte er los und verschwand alsbald für ganze 5min hinter dem Küchenvorhang. Wir wunderten uns schon ein wenig, da er Fremden gegenüber selten zutraulich ist. Aber dann gabs auf einmal ein lautes Weinen und eine Stewardess kam mit weinendem Jean auf dem Arm (ohne Milch, die war noch in der Aufbereitung) zurück. Schnell beruhigte er sich auf Mamas Schoß "Was war denn los?"
"Mama, die wollen mich alle küssen!" war seine lustige Antwort.

Beim Rückflug wußte Jean dann schon, daß es Videos in dem Bildschirm vor ihm gab. Allerdings funktionieren diese natürlich erst wenn der Flug losgeht und alles Sicherheitshinweise verlesen wurden. Das dauert JayJay natürlich alles viel zu lange und er sagte:
"Der Pilot soll doch fliegen und nicht soviel erzählen."

Und weil es so schön paßt: Als wir irgendwann auf der Rückreise fragten, wo Jean wohnt:
"In Ilmenau, da ist der Himmel blau."
Und welche Straße:
"Freie Wildbahn."