Freitag, 3. März 2017

Es fährt ein Zug nach Nirgendwo - Mossel Bay

Nach einer Woche am Rande des Großstadtdschungels (ins Zentrum haben wir es gar nicht weiter geschafft), hieß es nun weiterziehen in Richtung Wildnis. Unser Weg führte uns unweigerlich an den Townships vorbei, wo man die Armut sehen und auch riechen konnte.



Während man in den "Gegenden der Weißen" eine gehobene mitteleuropäische Ordnung und Sauberkeit vorfand, erinnern die "Gebiete der Schwarzen" leider noch immer sehr an vermüllte Slums einer Zwei-Klassen-Gesellschaft. Gedeckt werden unsere Vermutungen leider auch noch durch die ein oder anderen Begebenheiten: die Weißen leben, die Schwarzen (be)dienen -  überall offensichtlich. Die Weißen (be)lehren, die Schwarzen (müssen) lernen. So ist die Art und das Verhalten vieler weißer Südafrikaner nach wie vor - etwas von oben herab, so unser Eindruck. Da normale Touristen fast nur mit Weißen in Kontakt kommen, nehmen die sich irgendwie auch deren Art an. All das Erlebnisse, meist zu Tisch von uns beobachtet oder mitbekommen und irgendwie gar nicht nach unserer Art:(


In den nächsten Tagen sollten wir allerdings auch etwas besser die andere Seite kennenlernen. Dazu führte uns unser Weg zuerst nach Mossel Bay, ca. 4h östlich von Kapstadt. Wir übernachteten außergewöhnlich, in einem Zug am Meer:


im zu Kolonialzeiten exquisiten Abteil.




Einschlafen mit Wellenrauschen und aufwachen mit Blick aufs Meer.


Bei unserer Ankunft war der Strand fast leer



und wir entschieden uns schon am Vorabend, den nächsten Tag einfach ruhig und gemütlich am Strand zu verbringen.
Doch welch Überraschung


am nächsten Tag waren wir umgeben von hunderten farbigen glücklichen Kindern, die einen Tag mit chilliger Musik hier verbrachten. Es war sicher kein Hitzefrei sondern irgendein Wandertag;-) Aber es war irgendwie genau so, wie wir uns Afrika vorstellten und wir genossen die Zeit umso mehr.
All unsere Urlaubspost haben wir übrigens in den historischen Postbaum aus dem Jahr 1846 gesteckt.


Es kann also noch etwas dauern bis diese bei euch ankommt.

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